Trennung erleben – so fühlen Kinder wirklich
Trennung erleben – so fühlen Kinder wirklich
Wenn sich die Eltern in der Kindheit scheiden lassen, ist das eine der einschneidendsten Erfahrungen in ihrer Kindheit. Die emotionalen und psychischen Folgen begleiten die Kinder noch über einen längeren Zeitraum ihres Lebens, während Veränderungen erlebt werden, die sie weder kontrollieren, noch beeinflussen können. Doch wie empfinden die Kinder die Scheidung aus ihrer Sicht?
In zwei Studien, SMiLE („Scheidung mit Illustrationen erforschen“) und CoCa („Concept Cartoons – was kommt nach der Scheidung?“), adressieren Forscher:innen die fehlenden methodischen Forschungslücken zum Thema Trennung oder Scheidung in der Kindheit. Bei dem Forschungsprojekt diskutierten die Kinder etwa Fragen wie: Was ist eine Familie? Warum trennen sich Eltern überhaupt? Wie viel Mitspracherecht sollen Kinder bei einer Scheidung haben? Was sind Stiefeltern und welche Rolle haben sie in einer Familie?
Die folgenden Ergebnisse geben Einblick darin, wie die Kinder die Scheidung oder Trennung ihrer Eltern erleben und welche Gedanken und Gefühle sie dabei bewegen. Die Kinder entwickeln eigene Konzepte über Familie, Trennung und Scheidung. Sie bringen nachvollziehbare Denkwege vor sowie selbst eingeteilte Phasen der Scheidung bzw. Trennung. Gleichzeitig zeigt sich ein Bedürfnis nach mehr kindgerechten Informationen über Nachscheidungsfamilien. Dabei reflektieren die Kinder elterliche Beziehungen auf eine differenzierte Weise, die sich teils von den Vorstellungen Erwachsener unterscheidet.
Zusammenfassend zeigt sich, dass Kinder eine Scheidung ihrer Eltern bewusst erleben und eigene Gedanken und Gefühle entwickeln. Dabei wird deutlich, dass sie altersgerechte Informationen sowie Unterstützung brauchen, um damit besser umgehen zu können.
Für Kinder kann die Trennung der Elternteile sehr prägend sein. Viele entwickeln durch die Trennung Schuldgefühle und negative Gedanken. Besonders wenn es um den zukünftigen Wohnort des Kindes geht, sind viele der Kinder unsicher, zu welchem Elternteil sie halten sollen, oder ob sie überhaupt zu einem Elternteil halten sollen. Reden Sie offen mit Ihrem Kind, hören Sie zu und versichern Sie ihm: Die Scheidung ist nicht seine Schuld.
Flora Ruprechter, Rechtspraktikantin
10.02.2026
Eine Haftung meiner Kanzlei für die in diesem Artikel bereitgestellten – wenngleich auch bestmöglich recherchierten – Informationen ist ausgeschlossen, da jeder Fall individuell zu begutachten und einzuschätzen ist. Gerne besprechen wir Ihre Angelegenheiten bei einem persönlichen Beratungstermin über Telefon, Zoom oder in unserer Kanzlei.
Quellen:
iFamZ (Juni 2024, Ausgabe 3)
ORF Vorarlberg
Universität Wien
Bild: Pixabay


